Wiler Zeitung
Regionen | Wil | Donnerstag, 24. Juni 2004

Eine Zufluchtsinsel für Tiere

Ursula Bernet aus Wil gründete Anfang Mai die «Tierinsel»

Nach mehrjähriger Tätigkeit im Bereich Tierschutz entschloss sich Ursula Bernet die «Tierinsel» zu gründen. Durch ihre Unterstützung sollen Findeltierheime ihre oft sehr schwierige finanzielle Situation verbessern können.

Andrea Brülisauer

Während ihrer Arbeit bei der Tierhilfe Zodiac, stiess Ursula Bernet oftmals auf ein Problem: ob Findeltierheime, Tierasyle oder Gnadenhöfe - diese Zufluchtsorte befinden sich oft in Geldnot.

Vergessene Tiere

«Diese Heime beherbergen vergessene, ausgestossene und gequälte Kreaturen, die kaum je eine Chance zur Weiterplatzierung finden», erklärt Ursula Bernet, «viele Menschen wissen gar nicht, welch gute Arbeit in den Heimen geleistet wird, in denen die Tiere von aufopferungsbereiten Tierfreunden betreut wer-den. Diese sehen sich oft mit finan-ziellen Problemen konfrontiert und müssen darum im schlimmsten Fall das Heim schliessen. In den seltensten Fällen werden die Heime oder Asyle durch die öffentliche Hand unterstützt, doch der Unterhalt der Tiere ist sehr kostspielig.» Diese Problematik bewog die Wilerin, die «Tierinsel» zu gründen. «Der Name verrät bereits, was ich damit symbolisieren will», erklärt sie, «die Tierheime werden zu Inseln für die betroffenen Tiere und bleiben dies auch bis an deren Lebensende. Auf diesen Inseln erhalten die Tiere Zuflucht und Geborgenheit.» Damit diese Zufluchtsorte auch eine Zukunft haben, möchte ihnen Ursula Bernet unter die Arme greifen.

Im Mai gegründet

Die «Tierinsel» wurde Anfang Mai gegründet, zuerst will Ursu-la Bernet die eingenommenen Geld- und Sachspenden - sie hat Spendenbriefe an verschiedene Bekannte und Tierfreunde verschickt - dem Tierheim «Hübeli» in Hergiswil bei Willisau zukommen lassen. Das Tierheim in der Innerschweiz wird von einer Familie betrieben, die dort rund 100 Tieren ein Zuhause schenkt. «Ich kenne die Familie schon lange und weiss, dass sie gute Arbeit leistet», sagt Frau Bernet. Es sei ihr wichtig, dass sie wisse, wohin das aufgetriebene Geld fliesse und dass sie voll und ganz dahinter stehen könne. «Falls sich die ‹Tierinsel› gut entwickelt, ist es mein Ziel, noch weitere Heime zu unterstützen. Nach einem halben Jahr soll ein nächster Spendenbrief versandt werden; am 2. Oktober, anlässlich des Welttiertages vom 4. Oktober, will die Tierinsel-Gründerin und einige Helfer mit einem Info- und Verkaufsstand auf der Oberen Bahnhofstrasse auf ihre Anliegen aufmerksam machen. Ebenfalls ist sie am Weihnachtsmarkt vertreten. Die «Tierinsel-Flyer» hat Ursula Bernet ausserdem in Zoohandlungen und bei Tierärzten auflegen können.

Ein Herz für Tiere

Ursula Bernet liegen Tiere schon seit jeher am Herzen. Ihr Zuhause teilt sie mit ihrer Familie, ihrem Hund Therry und einigen Katzen. Ursula Bernet war zusammen mit Helen Müller Gründungsmitglied der Tierhilfe Zodiac, bei der sie vergangenen Februar ihren Austritt gab. Mit ein Grund war das umstrittene Werbeplakat von Zodiac, das für Schlagzeilen sorgte. «Schon in meiner Zeit bei Zodiac war es mir stets ein Anliegen, die Heime zu unterstützen», sagt Ursula Bernet, «nun hoffe ich, dass ich mit der ‹Tierinsel› diese Hilfe weiterführen und ausbauen kann.»

Weitere Informationen unter Tel. 071 911 41 80

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